PC-Freuden bei der Arbeit

Ich als arme Auszubildende verfüge bei der Arbeit leider nicht über einen eigenen PC. Da eine Kollegin in Urlaub war, habe ich einfach deren PC benutzt. Diese war heute aber wieder da. Also musste ich mich erstmals mit dem PC auseinandersetzen, den ich zum Wochenberichte schreiben benutzen darf (soll, muss…).

Früher gab es zwei Internet-PCs, die für alle zugänglich waren. Diese wurden aber ausrangiert, weil jetzt ja jeder (außer ich – mangels PC) Internet direkt am Arbeitsplatz hat. Auf einem hatte ich meine Berichte und meine Arbeitszeiterfassungstabelle gespeichert. Tja, war natürlich alles weg, da die PC-Entsorgungsaktion in meiner Abwesenheit stattfand und keiner daran dachte, dass ich da ja mein Zeug drauf hatte. Humpf. War einiges an Arbeit, bis ich wenigstens meine Vorlagen wiederhatte. Immerhin haben sie sich geschämt. Man erkannte aber, dass ich irgendwo in Ruhe meine Berichte schreiben muss. Also stellte man mir diesen alten PC hin. “Zum Schreiben”. Klingt ja schon so verdächtig. Also heute:

Schleiche mich an und beäuge das Teil. Erstmal unter den Tisch gesetzt und die gesammelte Peripherie miteinander verbunden bzw. verkabelt. Scheiß-Service! Alles muss frau selber machen! Wenigstens kam niemand ins Zimmer! :-)

Schalte omniösen PC an. BIOS-Passwort wird abgefragt. Das hat wenigstens netterweise jemand auf den Tisch geklebt.

PC startet also. Ich falle vor Entsetzen fast um. Es strahlt mich doch tatsächlich der Windows 98-Startbildschirm an. Oh, Gott! Kann ja heiter werden…

Humpf. Benutzerpasswort will er auch noch wissen. Habe keins. Doof. Aber echt, heh. Benutze also das Login, das man ohne Passwort verwenden kann. Klappt auch. Ha, dachtest wohl, du bist schlauer als ich, wie? Nee, nee, so nicht!

Ein stylisher Windows 98-Desktop mit einer sagenhaften Auflösung von 800×600 Pixeln lacht mich an. Nee, darf doch wohl nicht wahr sein? Oder?

Lege meine Diskette ein und will meine Dateien auf die Festplatte kopieren. Beim Start des Explorers verdunkelt sich der Desktop und ein supertolles Sicherheitsprogramm (Name verdrängt) will wieder ein Passwort haben. Was zum Henker? Habe keins! BIOS-Passwort geht nicht. Mann, sind die sicherheitsbewusst!

Hole Kollegin, die für die EDV zuständig ist. Sie guckt mich blöd an. Ja, auch ich als Computerspezialistin verzweifle an einem auf Pseudo-Sicherheit getrimmten Windows 98! Sie “deinstalliert” das Programm, behauptet es sei jetzt weg und gibt mir das Passwort, falls dem doch nicht so ist. Ich habe meine Zweifel…

Ich ändere die Auflösung (800×600 ist inakzeptabel. Bin 1680×1050 am Mackie gewohnt!) und dann die Bildwiederholfrequenz, um dem entstandenen Flimmern wenigstens einigermaßen entgegenzukommen.

Will doofes Windows 98 wenigstens einigermaßen anpassen und probiere einen neuen Bildschirmschoner. Als ich diesen beenden will, fragt Windows wieder nach einem Passwort. Gaaaah! Keines der mir bis jetzt bekannten funktioniert. Will aber nicht schon wieder die Kollegin nerven.

Verpasse dem PC also einen Reset. So, haste jetzt davon! ScanDisk meldet sich mit “Windows wurde nicht ordnungsgemäß heruntergefahren… blablablablubb”. Erinnerungen an meinen ersten PC werden wach. Bin richtig wehmütig.

Deaktiviere Bildschirmschoner-Passwortabfrage. So, das wäre erledigt.

“Sicherheitsprogramm” meldet sich wieder. Habe ich mir aber gedacht. Deinstalliere es über “Software” in der Systemsteuerung. Das wäre also auch erledigt!

PC verfügt über folgende Software-Ausstattung: Word, Excel, PowerPoint und sogar Access – alles in der Version 97. Prost Mahlzeit. Schreibmaschine wäre pflegeleichter.

Dieser Beitrag wurde unter Alltägliches, Aufreger, Lustiges, Technisches abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.